Endlich war es wieder soweit – unser lang ersehnter Besuch in Namibia! Während wir im 1. Teil unserer Reise die Zeit für Land und Leute nutzten und das facettenreiche Namibia genießen konnten, stand der 2. Teil unseres Besuches ganz im Zeichen des Vereinsnamens – OWANAHEDA – Hand in Hand für Namibia. Nur das gemeinsame, respektvolle und vertrauensvolle Handeln von mehreren, verschiedenen Händen für das gleiche Ziel macht unsere Arbeit erfolgreich. Von diesem Erfolg möchten wir berichten:

u.R.v.L.: Maria, Theresia, Justine
Mit Hilfe unseres Kooperationspartners der Society of St. Vincent de Paul (SSVP) besuchten wir die Hälfte unserer Patenkinder. Wir trafen selbstbewusste, interessierte Jugendliche, die sich sehr wertschätzend und dankbar ihren Paten gegenüber äußerten. Wir nahmen einige Fotos, Briefe und Danksagungen an die Paten in unsere Hände, um sie in Deutschland weiterzuleiten – Hand in Hand für Namibia.
Während es uns aus krankheitsbedingten Gründen nicht möglich war, unsere Partnergruppe in Rehoboth zu besuchen, begleiteten wir jedoch die ehrenamtliche Arbeit unserer Partnergruppe in Katutura und waren aktiv dabei, wie einige unserer Kleiderspenden oder Essenspakete in die Hände Bedürftiger übergingen – Hand in Hand für Namibia.
Wir erfuhren, dass die Brotausgabe und Suppenküche auf dem Gelände der SSVP nicht mehr von Erfolg gekrönt und eingestellt wurden. Besonders die Vielzahl betrunkener Menschen setzte der Verteilung von wichtigen Mahlzeiten ein Ende. Ihr aggressives und dominantes Verhalten gegenüber den ehrenamtlichen Helferinnen und besonders gegenüber den bedürftigen Kindern und alten Menschen, die häufig leer ausgingen, veranlasste die Gruppe umzudenken. Sie konnten ihrer eigentlichen Zielgruppe nicht mehr gerecht werden. Nun möchten sie verstärkt der Arbeit mit alten Menschen nachgehen. Sie bieten erste erfolgreiche „bunte Nachmittage“ für alte Menschen im Stadtteil Khomasdal an und möchten diese Arbeit ausbauen.
Als weitere Neuheit startet zusätzlich ein Selbsthilfe-Projekt. Einigen Frauen wird die Chance gegeben, ihrem eigenen „kleinen Business“ nachzugehen, indem sie kleine Tüten Chips oder becherweise Zucker auf der Straße verkaufen. 30% des Gewinnes bringen sie zurück an die SSVP-Gruppe, die wiederum im Großhandel Nachschub an Lebensmittel für sie kauft. Den Rest dürfen sie für sich als Gewinn einstreichen. Erste kleine Erfolge sind zu verzeichnen.
Natürlich werden die neuen Ideen der St. Vincent Gruppe in Katutura auch von den OWANAHEDA-Spendengeldern unterstützt – Hand in Hand für Namibia.
Neben dem Besuch unserer Partnergruppen und deren Projekten stand auch der Besuch im Frühförderzentrum „Side by Side“, welches von der Münsterländerin Sandra Hollweg und der Österreicherin Anita Geier geleitet wird, auf unserem Plan. Die Einrichtung für Kinder mit Behinderungen scheint wie eine Oase in Katutura. „Side by Side“ verfügt über zwei schön eingerichtete Räumlichkeiten, einen kleinen Spielplatz und liebevolle Mitarbeiterinnen. Nicht nur die Kinder und Mitarbeiterinnen scheinen sich hier rundum wohl zu fühlen, auch wir wurden herzlichst aufgenommen. Eine vergleichbare Einrichtung gibt es in Katutura nicht. Kinder mit Behinderungen werden in Namibia häufig noch versteckt. Im „Side by Side“-Zentrum können bis zu zehn Kinder in einer Altersspanne von 0 bis acht Jahren betreut werden. Im März 2014 wurde eine strukturelle Umgestaltung vorgenommen, die nun neben sieben Plätzen für Kinder mit Behinderungen, drei weitere Plätze für Kinder mit einer so genannten „Normalentwicklung“ vorsieht. Damit verfolgt das Zentrum nicht nur den Weg einer integrativen Arbeit, sondern gewährleistet den Kindern auch eine individuelle und optimale (Einzel-)Förderung. Das Zentrum wird ausschließlich durch Spenden finanziert.
Die Ziele des Early Intervention Centres ähneln denen unserer Patenschaften: die Unterstützung und Förderung von Kindern und ihren Bildungs- bzw. Entwicklungschancen. Schnell ist klar, dass dieser Kontakt ausgebaut werden sollte – Hand in Hand für Namibia.
Weitere neue Kontakte konnten wir über Sandra Hollweg und durch das Namibia Craft Centre zu Kleinkünstlern knüpfen. Wir hatten die Möglichkeit, einen Blick über die Schulter einiger Künstler zu werfen, die Herstellung ihrer Arbeiten zu verfolgen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dies bedeutet, dass wir in diesem Jahr aus erster Hand viele tolle und andersartige Produkte aus Namibia für unseren Weihnachtsmarkt mit nach Deutschland bringen konnten und auch in Zukunft Ansprechpartner vor Ort haben. Schon jetzt können Sie sich auf einzigartige Produkte an unserem Stand auf dem Weihnachtsmarkt im Klausenhof freuen. In diesem Sinne: OWANAHEDA – Hand in Hand für Namibia.
Heike Niehoff und Sebastian Formann
